Ausgaben & Schwerpunkte

Aktuelle Ausgabe: CHSS Nr. 2 ⁄ Juni 2020 – Diese Nummer erscheint ausnahmsweise ohne Schwerpunkt

Die Krise gemeinsam meistern (Stéphane Rossini)

Schwerpunkt: Diese Nummer erscheint ausnahmsweise ohne Schwerpunkt

Familie, Generationen und Gesellschaft

Altershilfe in den KantonenAltershilfe unterstützt die ältere Bevölkerung darin, ihr Leben selbstständig zu Hause zu führen. Eine neue Studie gibt einen systematischen Überblick über die aktuelle Organisation und Steuerung der Altershilfe in den Kantonen und weist darauf hin, wie der Bund die Finanzhilfen in der Altershilfe, die er subsidiär zu den Kantonen ausrichtet, effektiver gestalten könnte. (Peter Stettler)

Gesundheitswesen

Gezielte Entlastung von Krankenkassen mit kostenintensiven VersichertenDer Risikoausgleich ist ein Kernelement des Solidaritätsprinzips in der Grundversicherung. Er schafft einen finanziellen Ausgleich zwischen Krankenversicherern mit unterschiedlicher Risikostruktur. Mit dem neuen Indikator «Pharmazeutische Kostengruppe» soll die Berechnung dieses Ausgleichs verfeinert werden. (Monika Schmid-Appert)

Vermittlungsplattformen in der Pflege und BetreuungIn der Schweiz gibt es nur eine Handvoll Vermittlungsplattformen, die Pflege- und Betreuungsdienstleistungen anbieten. Ihre Relevanz in der Versorgungslandschaft ist noch sehr gering. Vor welchen Herausforderungen stehen sie und Menschen mit Hilfs­bedarf bzw. deren betreuende Angehörige, die sich überlegen, dieses Angebot zu nutzen? (Lara Nonnenmacher; Anna Hegedüs; Ulrich Otto)

Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ)

Arbeit dank Bildung in der SozialhilfeWenn die Sozialhilfe bei der beruflichen Integration auch in Zukunft erfolgreich sein will, ist ein Umdenken nötig: Es braucht mehr Investitionen in Kompetenzförderung und Quali­fizierung. Das Sozialamt der Stadt Bern geht hier neue Wege – und profitiert dabei von Erfahrungen der IIZ-Partnerorganisationen. (David Kieffer)

Invalidenversicherung

Die Praxis der IV-Stellen zur SchadenminderungspflichtDie Invalidenversicherung macht ihren Versicherten eher selten Auflagen zur Schaden­minderung. Der Vergleich zwischen dem Eingliederungs- und dem Rentenbereich zeigt: So unterschiedlich jeweils der Zweck von Auflagen ist, so verschieden sind auch deren Handhabung und Wirkungen. (Christian Bolliger; Cyrielle Champion; Tobias Fritschi; Peter Neuenschwander)

Compasso-Systemlandkarte – Orientierungshilfe bei der beruflichen EingliederungCompasso, das Informationsportal für Arbeitgeber zur beruflichen Integration, hat mit der Systemlandkarte eine Orientierungshilfe entwickelt, die Arbeitgeber und Systempartner bei der beruflichen Eingliederung und dem Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit von Mitarbeitenden unterstützt. (Sylvia Sakac)

Sozialpolitik

Sozialhilfebezug in der Mehrjahresperspektive und im LebensverlaufWie viele Personen geraten mindestens einmal in ihrem Leben in eine finanzielle Notlage und brauchen Sozialhilfe? Über sieben Jahre betrachtet ist dies rund eine von 16 Personen. Bis zum Eintritt ins Rentenalter ist gemäss Schätzungen etwas weniger als jede fünfte in der Schweiz geborene Person mindestens einmal in dieser Situation. (Jürg Guggisberg; Roman Liesch)

Restschuldbefreiungsverfahren – eine Chance nicht nur für ArmutsbetroffeneWie kann hoffnungslos überschuldeten Personen und Haushalten zu einem wirtschaftlichen Neuanfang verholfen werden? Nach jetziger Gesetzeslage führt kein Weg aus der Schuldenfalle, wenn kein pfändbares Einkommen zur Verfügung steht. Eine Neuregelung des Sanierungsrechts ist daher dringend notwendig. (Carlo Knöpfel; Christoph Mattes)

Ältere Ausgaben

CHSS Nr. 1 ⁄ März 2020 – Bilanz zum Legislaturwechsel

Ein Garant für Zusammenhalt und Wohlstand (Stéphane Rossini)

Schwerpunkt: Bilanz zum Legislaturwechsel

Stabilisierung des Vorsorgesystems als legislaturübergreifende HerausforderungDie Stabilisierung unseres Vorsorgesystems wird eine zentrale Aufgabe in der neuen Legislatur sein. Denn die demografische Entwicklung und die tiefgreifenden Änderungen der Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen haben sich seit dem Scheitern der Alters­vorsorge 2020 nicht in Luft aufgelöst. Vielmehr akzentuieren sie sich laufend und brauchen dringend eine breit abgestützte Lösung. (Katharina Mauerhofer)

Zwei Legislaturen im Zeichen der Weiterentwicklung der IVDie Weiterentwicklung der IV war für das Geschäftsfeld Invalidenversicherung in den ver­gangenen Jahren zweifelsohne der Taktgeber. Und mit der geplanten Umsetzung der Revision, die auf Anfang 2022 vorgesehen ist, wird voraussichtlich auch die neue ­Legislatur davon geprägt sein. (Adelaide Bigovic; Nicole Schwager)

Die Sozialpolitik zu Beginn der 51. LegislaturperiodeVereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, frühe Kindheit, Jugendmedienschutz, ­Armutsbekämpfung – alles Themen, welche die Sozialpolitik des Bundes in den nächsten ­Jahren prägen werden. Für die soziale Sicherheit sind diese eher unterstützenden Aufgaben genauso entscheidend, wie die grossen Reformprojekte der Sozialversicherungen, die mehr im Rampenlicht stehen. (Gabriela Felder; Yvonne Haldimann; Anna Liechti; Géraldine Luisier Rurangirwa; Michelle Jenni; Marc Stampfli)

OKP: Fortschritte bei Kosteneindämmung und QualitätWährend der Legislaturperiode 2015–2019 konzentrierte sich der Bundesrat bei der obliga­torischen Krankenpflegeversicherung auf Kosten­dämpfungsmassnahmen und suchte nach Wegen, die Qualität der Leistungen zu steigern. Die Massnahmen zeigten Wirkung. Auch in der bevorstehenden Legislaturperiode stehen grosse Herausforderungen an. (Thomas Christen)

ATSG: Ausreichende gesetzliche Grundlagen für ObservationenAusgehend von einem EGMR-Entscheid, der die Rechtsgrundlagen der Unfallversicherung für Observationen als ungenügend beurteilte, wurde während der 50. Legislatur mit Art. 43a ATSG eine ausreichende Grundlage geschaffen, aufgrund derer alle Sozialversicherungen seit dem 1. Oktober 2019 bei begründetem Verdacht Observationen durchführen können. (Isabelle Rogg)

Die internationale Dimension der sozialen SicherheitDie soziale Sicherheit hat auch eine internationale Dimension. Eine gute Koordination mit den Systemen der sozialen Sicherheit anderer Staaten ist für die schweizerischen Sozial­versicherungen, für die Versicherten sowie für die Wirtschaft von grosser Bedeutung. (Stephan Cueni)

Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ)

Nationale IIZ-Tagung 2019Die nationale IIZ-Tagung fand 2019 in St. Gallen statt. Neben der dortigen IIZ, die sich durch eine optimale Nutzung der Regelstrukturen auszeichnet, wurde auch der unter Leitung des SEM entwickelte Werkzeugkasten vorgestellt, der den kantonalen IIZ-Strukturen seit Anfang 2020 zur Verfügung steht, um die Integration von Flüchtlingen potenzialorientiert anzu­gehen. (Fachstelle IIZ)

Sozialpolitik

Modernisierung der AufsichtAm 20. November 2019 hat der Bundesrat einen Gesetzesentwurf zur Modernisierung der Aufsicht in der 1. Säule ans Parlament überwiesen. Auch in der 2. Säule sind gezielte Optimierungen vorgesehen. (Magali Baumann)

Invalidenversicherung

Das Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen im WandelDas Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen hat in den letzten Jahren leicht ­zugenommen. Es gibt eine Entwicklung hin zu grösserer Vielfalt und dezentraleren, ­flexibleren Wohn- und Dienstleistungsformen. Die Unterschiede zwischen den Kantonen und Institutionen sind aber beträchtlich, das Finanzierungssystem ist – auch aufgrund ­mangelnder Daten – wenig transparent. (Tobias Fritschi; Matthias von Bergen; Franziska Müller)

Selber entscheiden, wie und wo man wohnen möchteWie können Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen flexibilisiert werden? Welche Unterstützung brauchen sie? Wie können innovative Technologien dabei unterstützen und wie kann das Wohnen finanziert werden? Diese Fragen wurden am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen im vergangenen Dezember in Bern diskutiert. (Andreas Rieder; Giulia Brogini)

Vorsorge

Selbstständige in der AHVSelbstständige bezahlen für die gleich hohe AHV-Rente weniger Beiträge als Arbeitnehmende. Diese Ungleichbehandlung sorgt bereits seit Jahren für Diskussionen. Schon mehrmals – zuletzt in der 2017 gescheiterten Reform Altersvorsorge 2020 – wurde vorgeschlagen, die Beitragssätze von Selbstständigen anzupassen, bisher aber ohne Erfolg. (Ann Barbara Bauer)

Bessere soziale Absicherung für Arbeitslose vor der PensionierungWer nach dem 60. Altersjahr von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert wird, dem bleibt oft nur noch die Sozialhilfe. Der Bundesrat will diese Lücke im Sozialversicherungs­system des Bundes mit einer neuen Leistung schliessen. (Mélanie Sauvain)

Empirische Erkenntnis zu den Auswirkungen von Überbrückungs­leistungen für ältere ArbeitsloseMit den vom Bundesrat geplanten Überbrückungsleistungen für ältere Arbeitslose kann die Zahl der sozialen Härtefälle bei inländischen älteren Arbeitslosen wie beabsichtigt verringert werden. Daneben sind jedoch auch unerwünschte Verhaltensänderungen nicht auszuschliessen. Das erwartete Ausmass solch unintendierter Effekte scheint allerdings sehr begrenzt. (Melania Rudin; Heidi Stutz; Roman Liesch; Jürg Guggisberg)

BVG: Altersunabhängige Beitragssätze gegen Altersdiskriminierung?Altersunabhängige, einheitliche Beitragssätze der Pensionskasse würden jüngere Arbeit­nehmerinnen benachteiligen, ohne dass ältere davon profitieren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, welche die angepassten Beitragssätze von Frauen im Rahmen der 1. BVG-Revision von 2005 untersucht hat. (Debra Hevenstone; Peter Neuenschwander)

Zwei Wochen bezahlter Vaterschaftsurlaub – Die Vorlage im DetailIm Herbst 2019 hat das Parlament mit grosser Mehrheit einen Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen für erwerbstätige Männer verabschiedet. Es handelt sich um einen indirekten Gegenvorschlag zu einer Initiative, die vier Wochen Vaterschaftsurlaub verlangt. Nachdem das Referendum zustande gekommen ist, wird das Volk voraussichtlich im Herbst 2020 darüber abstimmen können. (Bernadette Deplazes)

CHSS Nr. 4 ⁄ Dezember 2019 – Angehörigenbetreuung

Angehörigenbetreuung zukunftsfähig machen (Stefan Spycher)

Schwerpunkt: Angehörigenbetreuung

Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und AngehörigenbetreuungErwerbstätigkeit und Betreuung zu vereinen, ist für die Angehörigen pflegebedürftiger ­Menschen meist eine Herausforderung. Die Verbindung der Aufgaben hat unter Umständen auch finanzielle Schwierigkeiten zur Folge. Um die Situation der Betroffenen zu verbessern, legt der Bundesrat nun ein neues Bundesgesetz vor. (Andrea Künzli)

Betreuende Angehörige entlastenDie Angehörigenbetreuung spielt für das Gesundheitssystem eine wichtige Rolle. Das ­Förderprogramm «Entlastungsangebote für betreuende Angehörige 2017–2020» erforscht die Situation von betreuenden Angehörigen und leistet einen Beitrag, um die Rahmen­bedingungen zu verbessern. (Facia Marta Gamez; Pia Oetiker; Regula Rička)

Finanzielle Tragbarkeit von Situationen mit AngehörigenbetreuungDie finanzielle Lage von Haushalten, in denen Angehörige betreut werden, und die Trag­barkeit der Kosten stehen im Mittelpunkt des hier vorgestellten Forschungsprojekts. ­Neben den Preisen für Entlastungs- und Unterstützungsangebote spielen dabei auch weitere ­Gesundheitskosten sowie mögliche Ausfälle von Erwerbseinkommen eine Rolle. (Heidi Stutz)

Die Stimme der betreuenden Angehörigen in BernBetreuende Angehörige sind in sehr vielfältigen Situationen tätig, kämpfen aber mit ­ähnlichen Problemen. Genau diese Probleme will die neue Interessengemeinschaft Ange­hörigenbetreuung IGAB in Bundesbern bekannt machen. (Valérie Borioli Sandoz)

Vereinbarkeit und Entlastung für pflegende ElternDie integrativen Kinderhäuser «Imago» nehmen grundsätzlich jedes Kind auf, dessen Gesundheitszustand den Transport in die Kita erlaubt. Dies ermöglicht es auch Eltern von Klein­kindern mit komplexem Betreuungsbedarf, weiter erwerbstätig zu sein. Das Pionierangebot besteht seit 2008. (Angie Hagmann)

Interinstitutionnelle Zusammenarbeit (IIZ)

Gezielte Integration von Flüchtlingen dank PotenzialabklärungenUm eine nachhaltige berufliche Integration von Flüchtlingen und vorläufig Auf­genommenen zu ermöglichen, muss deren Potenzial bekannt sein. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat deshalb die Entwicklung eines Instrumentariums für Potenzialabklärungen in ­Auftrag gegeben. (Michèle Laubscher)

Sozialpolitik

BSV-Direktor Jürg Brechbühl nimmt AbschiedVon Juli 2012 bis Ende November 2019 war Jürg Brechbühl Direktor des Bundesamts für Sozial­versicherungen (BSV). Zuvor war er bis 2005 bereits 23 Jahre lang in verschiedenen Funktionen im BSV tätig. So kennt er die schweizerischen Sozialversicherungen wie kaum ein Zweiter, ganz besonders die Altersvorsorge. Im Gespräch mit der CHSS blickt Jürg Brechbühl auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zurück und beurteilt aktuelle sozialpolitische Fragen.

Gesamtrechnung der Sozialversicherungen GRSV ­1987–2017Zwischen 1987 und 2017 stiegen die Einnahmen der Sozialversicherungen von 58 auf 182 Mrd. Franken. 2017 flossen die Mehreinnahmen von 124 Mrd. Franken zu 39 Prozent in die Beruf­liche Vorsorge (BV), zu 21 Prozent in die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und zu 19 Prozent in die Krankenversicherung (KV); die restlichen 21 Prozent verteilten sich auf die übrigen Sozialversicherungen. (Salome Schüpbach; Stefan Müller)

Familie, Generationen und Gesellschaft

«Always on»: Wie Jugendliche das ständige Online-Sein erlebenDigitale Medien sind aus dem Leben der Jugendlichen von heute nicht mehr wegzudenken. Die Studie «Always on» zeigt, wie Jugendliche es erleben, dauernd online zu sein und wie sie damit umgehen. Dabei sind die Chancen und die Risiken der Online-Welt eng miteinander verbunden. (Rahel Heeg; Olivier Steiner)

Vorsorge

Wie viel Kapital steckt in der Säule 3a?Das in der Säule 3a gebundene private Vorsorgekapital umfasste Ende 2018 rund 123 Milliar­den Franken. 2016 nahmen 32 Prozent der Steuerpflichtigen eine Einzahlung in diese Säule vor und investierten so insgesamt über 10 Milliarden Franken in ihre Vorsorge. (Salome Schüpbach; Stefan Müller)

Kinderzusatzrente: wirtschaftliche Verhältnisse der AHV- und ­IV-RentenbeziehendenWer eine IV- oder AHV-Rente aus der ersten Säule bezieht und minderjährige Kinder oder ­unterstützungsbedürftige erwachsene Kinder in Ausbildung hat, hat Anspruch auf eine Kinderzusatzrente. Trotzdem besteht für diese Kinder im Vergleich zu Kindern aus ­Familien ­ohne solche Renten ein erhöhtes Risiko, in wirtschaftlich schwächeren Unterstützungs­einheiten aufzuwachsen. (Jürg Guggisberg)

Ziel: Stabilisierung der AHVIm September 2017 lehnte das Schweizer Stimmvolk die Reform der Altersvorsorge 2020 ab. In der Zwischenzeit hat die AHV über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) eine Zusatzfinanzierung erhalten. Das verschafft der AHV zwar eine Atempause, doch lassen sich dadurch nicht alle ihre demografischen und finanziellen Herausforderungen bewältigen. (Mélanie Sauvain)

CHSS Nr. 3 ⁄ September 2019 – Regress AHV/IV

Panta rhei (Suzanne Schär)

Schwerpunkt: Regress AHV/IV

Durchsetzung von Regress­forderungen der IV und AHVDas BSV übt grosse Zurückhaltung bei der gerichtlichen Durchsetzung von Regress­forderungen. Wenn der Rechtsweg nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und der Erfolgsaussichten trotzdem beschritten wird, stehen die Chancen einer teilweisen oder gänzlichen Durchsetzung der Forderungen gut: Die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent. (Thomas Bittel; Fritz Stalder)

Digitaler Regress der AHV und IVDie Bearbeitung der Regresse von AHV und IV soll digitalisiert werden. Einige hängige Gesetzesrevisionen sehen den grenzüberschreitenden elektronischen Datenaustausch sowie die Vereinheitlichung der IT-Struktur in der 1. Säule vor. Mit der Digitalisierung der AHV-/IV-Regresse sollen die Abläufe transparent, ­effizient und medienbruchfrei gestaltet werden. (Peter Beck)

Leitentscheide des Bundesgerichts zum RegressDas Bundesgericht fällt selten wegweisende Urteile zum Regress. Das Jahr 2018 war eine Ausnahme: Drei Urteile, zwei davon amtlich publiziert, läuteten ­wichtige Praxisänderungen ein. In der Folge werden sie kurz zusammengefasst. (Peter Beck)

Sozialpolitik

Interinstitutionelle Zusammenarbeit: Organisation und ArbeitsprogrammDie zentralen gesamtstaatlichen Akteure der beruflichen und sozialen Integration koordi­nieren ihre Aktivitäten über die nationalen Gremien der interinstitutionellen Zusammen­arbeit (IIZ). In Anknüpfung an frühere Artikel über die IIZ in der CHSS ruft dieser Beitrag – als erster einer neuen Serie – die Organisation der nationalen IIZ und die Projekte der letzten Jahre in Erinnerung. (Fachstelle IIZ)

Behördenkommunikation leicht verständlich und inhaltlich korrektEin Schweizer Pionierprojekt hat Behördentexte in leicht verständliche Sprache übertragen und das Potenzial sowie die Herausforderungen des Texterstellungsprozesses evaluiert. Trotz der inhaltlichen Komplexität der sozialen Sicherheit, scheint es möglich, gewisse Empfehlungen der Studie auch in der Kommunikation über die Sozialversicherungen zu beachten. (Anne Parpan-Blaser; Simone Girard-Groeber; Monika von Fellenberg; Gabriela Antener; Annette Lichtenauer)

Ergänzender Arbeitsmarkt: Vergütung und soziale SicherungNicht alle Personen, die in der Schweiz arbeiten, geniessen denselben sozialen Schutz. Auf dem ergänzenden Arbeitsmarkt zum Beispiel, der Personen mit administrativem Sonderstatus beschäftigt, sind nicht alle sozialen Risiken gleich abgedeckt. (Katja Haunreiter; Morgane Kuehni; Natalie Benelli; Antonin Zurbuchen; Spartaco Greppi; Peter Streckeisen)

Karriereunterbrüche: Wirtschaftliche Folgen und LösungenDie Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt ist eng mit der Mutterschaft und mit der Frage der Strukturen zur Kinderbetreuung verbunden. Eine von Pro Familia Schweiz in Auftrag gegebene Studie veranschaulicht in Zahlen den Zusammenhang zwischen der Erwerbsquote von Müttern und dem Kinderbetreuungsangebot und macht Vorschläge zu dessen Verbesserung. (Philippe Gnaegi)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Narrative zur Prävention von Radikalisierung im InternetExtremistische Radikalisierung vollzieht sich zunehmend unter dem Einfluss des Internets. Junge Menschen sind hierfür besonders anfällig. Vier Schweizer Pilotprojekte haben im letzten Jahr Internetangebote entwickelt, um der Online-Radikalisierung vorzubeugen. Ihr Vorgehen und ihre Ergebnisse wurden wissenschaftlich evaluiert. (Dirk Baier)

Kompetenzen für das digitale ZeitalterWenn Maschinen immer mehr menschliche Arbeit ersetzen, was müssen denn Menschen noch können? An welchen Kompetenzen und Grundwerten soll man sich orientieren, um jüngere Generationen für das digitale Zeitalter zu bilden und auszubilden? Dieser Beitrag ordnet die Debatte anhand zweier Übersichtsmodelle. (Sarah Genner)

Altern mit einer MobilitätsbehinderungEine Analyse der derzeit im schweizerischen Sozialversicherungssystem verankerten Kon­zepte von Behinderung und Alter legt nahe, dass diese nicht aufeinander abgestimmt sind. Dieser Umstand erschwert die autonome Lebensgestaltung von Menschen im dritten Lebensalter, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, statt sie zu erleichtern. (Francesca Rickli)

Vorsorge

Reform der Ergänzungsleistungen: Was ändert sich?In der Frühjahrssession 2019 hat das Parlament die Reform der Ergänzungsleistungen (EL)unter Dach und Fach gebracht. Es ist den Vorschlägen des Bundesrates nur teilweise gefolgt und hat die Vorlage stark ausgebaut. (Nadine Schüpbach)

CHSS Nr. 2 ⁄ Juni 2019 – Autismus-Spektrum-Störungen

Autismus besser verstehen (Stefan Ritler)

Schwerpunkt: Autismus-Spektrum-Störungen

Aktuelle Überlegungen zum AutismusDie Lage von Menschen mit Autismus hat sich in den letzten zwanzig Jahren stark verändert. Die Diagnosekriterien wurden geklärt, bewährte Praktiken formuliert. Aber auch wenn 
erste Schritte erfolgt sind, gilt es, die Anerkennung der Behinderung besser durchzusetzen. (Evelyne Thommen)

Autismusbericht: früher diagnostizieren und intervenierenAm 17. Oktober 2018 hat der Bundesrat den Bericht «Autismus-Spektrum-Störungen» verabschiedet. Der Bericht sieht verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Situation von Betroffenen vor, um ihnen die bestmögliche Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. (Maryka Lâamir)

Autismus verstehen: Was Neuro­wissen­schaften dazu beitragen könnenMenschen mit einer Autismus-Spektum-Störung nehmen die Welt ab dem frühen Kindesalter anders wahr und ihr Gehirn entwickelt sich anders als dasjenige neurotypischer Personen. Um zu intervenieren, wenn die Plastizität des Hirns noch gross ist, ist die frühzeitige Erkennung der Störung unerlässlich. (Marie Schaer; Nada Kojovic)

Aussichtsreiche Therapien für Kinder mit frühkindlichem AutismusSind intensive Frühinterventionen bei frühkindlichem Autismus wirksam und dazu geeignet, 
die Situation der betroffenen Kinder und Familien zu verbessern? Führen sie sogar zu ­Kosteneinsparungen? Das wollte das BSV in einem Pilotversuch wissen. Der Beitrag referiert zentrale Erkenntnisse aus dem Schlussbericht der ZHAW. (Christian Liesen; Beate Krieger; Heidrun Becker (†))

Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit ASS im SchulalterWelche Formen fachlicher Begleitung und Unterstützung benötigen Kinder und Jugend-
liche mit ASS im Schulalter? Welche Angebote sind gegenwärtig verfügbar? Besteht diesbezüg­lich Handlungsbedarf in der Schweiz? Der folgende Beitrag nähert sich diesen ­Fragen aus einer wissenschaftlichen Perspektive. (Andreas Eckert)

Förderung von Menschen mit Autismus in EnglandAls wohl einziges europäisches Land kennt England ein Gesetz, das die Förderung und 
den Schutz von Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) spezifisch regelt. Mit einer persönlichen Perspektive auf das Thema diskutiert der Autor das Potenzial des eng­lischen Ansatzes. (Thomas Ihde)

Die Hürden von vor 15 Jahren sind auch noch die Hürden von heuteMein Sohn David wird heuer 20 Jahre alt. Er ist ein aufgestellter junger Mann, steckt voller Lebensfreude, ist neugierig und offen für alle möglichen Aktivitäten und auch fähig, Beziehungen zu den Mitbewohnern und Betreuern in der Einrichtung einzugehen, in der er wohnt. Aber das war nicht immer so. (Cécile Bachmann)

Autismus-Spektrum-Störungen: der lange Weg bis zur DiagnoseZwei Mütter erzählen, was es bedeutet, ein autistisches Kind durchs Leben zu begleiten. Ihre Geschichten zeigen, wie aufreibend und langwierig nur schon der Weg bis zur Diagnose sein kann – und sie bestätigen die Dringlichkeit und Relevanz einer frühen Diagnose, der intensiven Frühintervention sowie der sorgfältigen Information und Begleitung der betroffenen Familien. (Suzanne Schär)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Gesellschaftspolitische Gleichstellung im Spiegel der «Sozialen Sicherheit»Der Bund fördert nicht nur die arbeitsrechtliche, sondern auch die gesellschaftspolitische Gleichstellung von Frau und Mann. Seit 1993 haben zahlreiche Wissenschaftler und Experten hierzu in der CHSS ihre Erkenntnisse weitergegeben und ihr Wissen ausgetauscht. Aus Anlass des Frauenstreiks vom 14. Juni 2019 hat die CHSS die Artikel zusammengestellt, die einen Einblick in die Aufgaben geben, die das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) wahrnimmt, um die soziale Absicherung der Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu verbessern.

Kinder- und Jugendförderung des Bundes: eine erste BilanzSind die Fördermittel zielführend und ist ihre Vergabe nachvollziehbar? Konnten Zusammen­arbeit und Kompetenzentwicklung in der Kinder- und Jugendpolitik verbessert werden? Eine Evaluation zieht fünf Jahre nach Inkrafttreten des Kinder- und Jugendförderungs­gesetzes (KJFG) Bilanz und formuliert Empfehlungen. (David Weibel; Christa Schär)

International

Dreissig Jahre UNO-KinderrechtskonventionDas UNO-Übereinkommen über die Rechte des Kindes feiert im November 2019 sein ­30-jähriges Bestehen. Dieses wichtige Instrument, das die Sicht auf die Kinder weltweit ver­änderte, hat beim Schutz und der Förderung der Kinderrechte nichts von seiner ursprüng­lichen Schlag- und Strahlkraft eingebüsst. Die Schweiz hat die Konvention 1997 ratifiziert. (Jean-Marie Bouverat)

Kinderrechtskonvention – Lücken in der Umsetzung schliessenElf Massnahmen auf Bundesebene sollen dazu beitragen, Lücken in der Umsetzung der ­Kinderrechtskonvention zu schliessen. Dies hat der Bundesrat am 19. Dezember 2018 ­beschlossen. Er greift dabei Empfehlungen des UN-Kinderrechtsausschusses zur besseren Umsetzung der Konvention in der Schweiz auf. (Sibylle Hafner)

CHSS Nr. 1 ⁄ März 2019 – Alterspolitik

Das Alter als Chance sehen (Jürg Brechbühl)

Schwerpunkt: Alterspolitik

Teilhabe bis ins hohe AlterÄltere Menschen sind eine heterogene Gruppe, deren Vielfalt in Zukunft noch ­zunehmen wird. Eines haben jedoch viele gemeinsam: die Fähigkeit und Bereitschaft, sich aktiv am ­gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Eine umfassende Alterspolitik sollte deshalb die Teilhabe älterer Menschen bis ins hohe Alter fördern. (Jonathan Bennett)

Gute Betreuung im AlterImmer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter und benötigen bei wachsender Hilfsbedürftigkeit zu Hause oder im Heim eine Betreuung. In der alterspolitischen Debatte erhält dieses Thema bisher noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit. (Carlo Knöpfel; Riccardo Pardini)

Überlegungen zu einer zukünftigen AlterspolitikPro Senectute setzt sich dafür ein, dass ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können. Dies wäre nicht nur aus fachlicher Sicht wichtig, sondern auch aus ökonomischen und gesellschaftlichen Überlegungen wünschenswert. (Alain Huber)

Senior Lab: Ältere Menschen im Zentrum der InnovationDas Senior Lab ist eine auf die Bedürfnisse und Erwartungen älterer Menschen ­ausgerichtete Plattform, die sich für und mit Seniorinnen und Senioren in der Forschung und ­Entwicklung engagiert. Mithilfe von partizipativen Methoden fördert sie die soziale und technische Innovation und auch den sozialen Zusammenhalt. (Delphine Roulet Schwab; David Campisi)

Strategie des Bundes zur LangzeitpflegeIn der Langzeitpflege ist künftig mit deutlich mehr Pflegebedürftigen zu rechnen. Dies hat Auswirkungen auf die Versorgung und auf die Kosten. Die öffentlichen Ausgaben ­werden sich bis 2045 verdreifachen. Ein Massnahmenpaket und Finanzierungsoptionen bilden erste Lösungsansätze. (Christian Vogt)

Kantonale Aktionsprogramme zur Gesundheitsförderung im AlterSeit Einführung des KVG-Obligatoriums 1996 engagiert sich Gesundheitsförderung Schweiz für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Mit der bundesrätlichen Strategie zur ­Prävention nicht übertragbarer Krankheiten wurde sie 2017 beauftragt, im Rahmen der kantonalen Aktionsprogramme auch die Gesundheit der älteren Bevölkerung zu fördern. (Veronika Boss)

Die Gemeinde im Mittelpunkt der kantonalen AlterspolitikDie demografische Alterung stellt unsere Gesellschaft und damit die für die Alterspolitik zuständigen Gemeinden vor grosse Herausforderungen. Die Fachstelle Alter und Familie des Kantons Aargau unterstützt die Gemeinden, indem sie die Stärken der lokalen Ebene mit den Vorteilen eines übergeordneten Netzwerks verbindet. (Christina Zweifel)

Gestaltung kommunaler Alterspolitik – Situation und EntwicklungspfadeDie Umsetzung der Alterspolitik erfolgt in den Gemeinden. Entsprechend gross ist ihre ­Vielfalt. Ausgehend von einer Analyse der guten Praxis lassen sich verschiedene ­Handlungsperspektiven identifizieren und Entwicklungspfade skizzieren, entlang derer die ­Alterspolitik weiterentwickelt werden kann. (Jürgen Stremlow)

Alterspolitik der Stadt Schaffhausen – gemeinsam unterwegsDie Stadt Schaffhausen will älteren Menschen nach dem Grundsatz des Alterns zu Hause ein selbstbestimmtes Leben in der vertrauten Umgebung ermöglichen und so deren Lebensqualität erhalten. Mit Quartierbegehungen wurde der Bedarf der Betroffenen ermittelt. Durch die Vernetzung der Akteure werden Angebote koordiniert und weiterentwickelt. (Simon Stocker)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Revision Familien­zulagen­gesetz: Anpassung in drei PunktenDas Familienzulagengesetz soll in drei Punkten angepasst werden. Der Bundesrat hat am 30. November 2018 den Ergebnisbericht sowie die Botschaft zuhanden des Parlaments ­verabschiedet. (Yasemin Cevik; Liliane Probst)

CHSS Nr. 4 ⁄ Dezember 2018 – Nationales Programm gegen Armut: eine Bilanz

Die Armutsbekämpfung muss sich dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel anpassen (Ludwig Gärtner)

Schwerpunkt: Nationales Programm gegen Armut: eine Bilanz

«Armut frisst sich in die Persönlichkeit und die Familien»Drei Konferenzteilnehmer schildern, was es heisst, arm zu sein. Sie erzählen, wo sie Halt finden. Und sie formulieren ihre Erwartungen an die Gesellschaft und die Behörden. (Suzanne Schär)

Nationales Programm gegen Armut: Bilanz und AusblickSeit 2014 setzt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) im Auftrag des Bundesrats ­zusammen mit anderen Bundesstellen, den Kantonen, Städten, Gemeinden und Organisationen der Zivilgesellschaft das Nationale Programm gegen Armut um. Im September 2018 zogen die Partner Bilanz und vereinbarten die Fortsetzung der Zusammenarbeit bis 2024. (Gabriela Felder; Thomas Vollmer)

Evaluation des Nationalen Programms gegen Armut2014 wurde das Nationale Programm gegen Armut lanciert. Seine Evaluation im Jahr 2017 untersuchte, ob die Ziele des Programms erreicht werden konnten und ob dieses als ­Basis für die zukünftige Ausgestaltung der Armutsbekämpfung und -prävention in der Schweiz dienen kann. (Michael Marti; Annick de Buman; Ursula Walther)

Förderung der Bildungschancen zur Senkung von ArmutBildung zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen, um Erwachsene, Familien und ihre ­Kinder vor Armut zu schützen. Deshalb bestimmte das Nationale Programm gegen Armut die Förderung von Bildungschancen für sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und ­Erwachsene zu einem von vier Handlungsfeldern. (Doris Edelmann; Andrea von Dach; Susanne Stern)

Ausbildungs- und Berufsintegration junger SozialhilfebeziehenderWährend die Sozialhilfequote junger Erwachsener seit 2010 bei rund 4 Prozent stagniert, beziehen knapp 7 Prozent mehr Jugendliche Sozialhilfe als noch vor acht Jahren. Eine neue Studie des BSV zeigt Lösungsansätze für die erfolgversprechende Gestaltung der Bildungs- und Erwerbsintegration sozialhilfeabhängiger oder -gefährdeter junger Menschen. (Sabina Schmidlin)

Koordiniertes Denken und Handeln für die frühe KindheitFür die Armutsprävention, die Gesundheitsförderung und die Integration von Kindern mit unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Bedürfnissen ist die frühe Kindheit die ­zentrale Lebensphase. Dies haben in den letzten Jahren auch Bund und Kantone erkannt. (Patricia Buser; Karin Augsburger)

Frühe Förderung in Gemeinden: Potenziale und HerausforderungenGemeinden sind wichtige Anlaufstellen für Familien mit Vorschulkindern. Im ­Rahmen des Programms gegen Armut wurden kommunale Angebote und ­Strategien der frühen ­Förderung analysiert, eine Hilfestellung ­entwickelt und Seminare durchgeführt. (Gabriela Felder; Claudia Hametner)

Nationales Programm gegen Armut: Bilanz der ProgrammpartnerIm Anschluss an die Konferenz des Programms gegen Armut vom 7. September 2018 hat die «Soziale Sicherheit» die Programmpartner eingeladen, Bilanz zu ziehen.

Invalidenversicherung

Bewahrung der Arbeitsfähigkeit kranker Mitarbeitender in KMUKörperliche und psychische Gesundheitsprobleme mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit kommen bei Mitarbeitenden relativ häufig vor und können kleinere und mittlere Betriebe vor grosse Herausforderungen stellen. Die nachfolgend vorgestellte Untersuchung zeigt auf, wie sich diese bewältigen lassen. (Niklas Baer; Corina Schweighauser; Peter Ettlin; Alexander Frei; Felix Werner; Luca Bonfadelli; Ulrich Frick)

Hochqualifizierte in Frühmassnahmen der IVFAU – Fokus Arbeit Umfeld bietet seit 2016 Hochqualifizierten in Frühmassnahmen der IV ein Aufbauprogramm an. Ziel ist die Wiedereingliederung in den 1. Arbeitsmarkt. Die Bereichsleiterin FAU IV sowie ein IV-Kunde berichten von ihren Erfahrungen. (Liselotte Breyer)

Gesundheitswesen

Jährlich 7 Milliarden Franken für den bezahlten KrankheitsurlaubBei Krankheit haben Arbeitnehmende Anspruch auf bezahlten Urlaub. Diese Leistung, die ­mehrere Milliarden Franken pro Jahr kostet, ist ein wichtiger Schutz der ­Haushalte vor Armut. Ihr finanzielles Volumen wird im Rahmen einer Methode der Europäischen Union indirekt berechnet. (Michele Adamoli)

Take Care: Die Alterspflege der ZukunftWer heute alt wird, will selbständig und selbstbestimmt leben – Alterspflege muss unter diesen Umständen neu gedacht werden: mehr von der Nachfrageseite und weniger vom Anbieter her. Vier Szenarien zeigen auf, wohin sich die Alterspflege der Zukunft entwickeln kann. (Christine Schäfer)

Vorsorge

Breitere Verwendung der ­­AHV-NummerViele Verwaltungsabläufe liessen sich mit der AHV-Nummer als eindeutigem Personen­identifikator effizienter gestalten. Aus Datenschutzgründen bestehen diverse ­Vorbehalte ­gegenüber einer breiteren Verwendung der AHV-Nummer, denen der ­Bundesrat in der entsprechenden Gesetzesvorlage, die Ende Oktober in die Vernehmlassung ging, ­allerdings Rechnung trägt. (Katharina Mauerhofer)

Überarbeitetes Prognosemodell für die AHV-AusgabenIm Frühling 2018 hat das BSV das Prognosemodell für AHV-Ausgaben überarbeitet. Der vorliegende Artikel befasst sich mit den Hauptgründen für die Anpassung und erläutert ihre Folgen. Verschiedene andere Revisionsarbeiten sind zurzeit noch im Gang. (Layal Christine Pipoz)

Spitalaufenthalt bei Neu­geborenen: längere MutterschaftsentschädigungDie Rechtslage von Müttern, deren Neugeborenes nach der Geburt im Spital ­verbleiben muss, ist unklar und kann von Fall zu Fall variieren. Um Einkommenslücken zu ­verhindern, will der Bundesrat die Dauer der Mutterschaftsentschädigung verlängern, wenn der ­Spitalaufenthalt des Neugeborenen länger als drei Wochen dauert. (Martine Panchard)

Weiterentwicklung der Armee – Konsequenzen für die EOAnfang 2018 startete die «Weiterentwicklung der Armee». Für Militärangehörige bringt sie zahlreiche Änderungen, die auch Auswirkungen auf die Erwerbsersatzordnung (EO) haben. Insgesamt wird der EO-Ausgleichsfonds dadurch künftig rund 100 Mio. Franken pro Jahr einsparen. (Jörg Reinmann)

CHSS Nr. 3 ⁄ September 2018 – Obligatorische Krankenversicherung: Bezeichnung der Leistungen

Zur Kontrolle der Kostenentwicklung müssen alle beitragen (Sandra Schneider)

Schwerpunkt: Obligatorische Krankenversicherung: Bezeichnung der Leistungen

Bezeichnung der Leistungen 
in der OKP: GrundlagenUnterstützt durch drei ausserparlamentarische Kommissionen, bezeichnen das Eidg. 
Departement des Innern (EDI) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Leistungen, 
die durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) vergütet werden. Ihre 
Bewertung erfolgt nach den im Gesetz verankerten WZW-Kriterien. (Karin Schatzmann)

Beurteilung der Leistungspflicht mithilfe der WZW-KriterienGesundheitsleistungen, die im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
vergütet werden, müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Die Opera­tio­nalisierung dieser Kriterien dient den beratenden ausserparlamentarischen Kommissionen
als Arbeitsinstrument. (Stefan Otto)

Verfahren zur Bezeichnung
der ärztlichen und nichtärztlichen LeistungenDas Eidg. Departement des Innern (EDI) bezeichnet die ärztlichen, chiropraktischen
und nichtärztlichen Leistungen, die über die OKP vergütet werden. Die Bezeichnung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren und nach dem Antragsprinzip. (Felix Gurtner)

Grundsätze zur Bezeichnung
 von ArzneimittelnUnter der Bedingung, dass sie wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind, legt das 
Bundesamt für Gesundheit (BAG) diejenigen Arzneimittel fest, die in der sog. Speziali­tätenliste geführt und durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) vergütet
 werden. Es lässt sich dabei von der Eidg. Kommission für Arzneimittel (EAK) beraten. (Andrea Rizzi; Jörg Indermitte)

Analysenliste: Bezeichnung 
und periodische ReevaluationDas Eidgenössische Departement des Innern (EDI) führt eine Liste der Analysen, die 
von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen werden, sowie die dazugehörigen Einzelleistungstarife. Die Analysenliste beruht auf dem Antragsprinzip. 
Vor einer Neuaufnahme, Änderung oder Streichung von Analysenpositionen lässt sich das EDI von der zuständigen Eidgenössischen Kommission beraten. (Michèle A. Fleury-Siegenthaler; Adrian Mischler)

Bezeichnung der Mittel
 und Gegenstände in der OKPAuf Antrag nimmt das Eidg. Departement des Innern (EDI) Mittel und Gegenstände, 
die über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) vergütet werden, 
in die Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) auf. Diese wird derzeit umfassend überarbeitet. (Daniel Pulfer)

Health Technology Assessment zur Überprüfung medizinischer PflichtleistungenDas Bundesamt für Gesundheit (BAG) baut eine Sektion auf, welche medizinische ­Leistungen, die über die Obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) abgerechnet 
werden, mittels Health Technology Assessment überprüft. (Klazien Matter-Walstra; Mark Finlayson)

Sozialpolitik

Im Schatten des Landesstreiks: Sozialpolitik nach dem Ersten WeltkriegDer Landesstreik vom November 1918 steht im historischen Gedächtnis für eine Konfrontation zwischen ­Arbeiterschaft und Bürgertum, die das politische Klima auf Jahre hinaus 
vergiftet hat. Über seine sozialpolitischen Auswirkungen ist dagegen nur wenig bekannt. (Martin Lengwiler; Matthieu Leimgruber)

Gesamtrechnung der Sozialversicherungen 2016/20172016 stiegen die Einnahmen aller Sozialversicherungen um 1,3, die Ausgaben um
1,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr resultierte damit ein leicht besseres
 Ergebnis von 17 Mrd. Franken. Mit Bekanntwerden der Daten von 2016 lässt sich die
Entwicklung der Sozialversicherungen über nunmehr 30 Jahre darstellen. (Salome Schüpbach; Stefan Müller)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Mutterschaftsurlaub: Erwerbsunterbrüche vor und
 nach der GeburtEine Grundlagenstudie rund um die Thematik eines pränatalen Mutterschaftsurlaubs 
liefert erstmals Kennzahlen zu Erwerbsverläufen vor und nach der Geburt sowie 
zu Absicherungslücken, Einkommenseinbussen und Herausforderungen für betroffene 
Frauen und Arbeitgeber. (Melania Rudin)

Mutterschaftsurlaub: Erwerbsunterbrüche vor 
der GeburtDer Bundesrat kommt gestützt auf eine neue Studie zum Schluss, dass Erwerbsunterbrüche 
während der Schwangerschaft finanziell gut abgedeckt sind. Er sieht deshalb keinen ­Handlungsbedarf für einen bezahlten Mutterschaftsurlaub gegen Ende der Schwangerschaft. (Andrea Künzli)

Was bewirkt die Elternzeit?Eine umfassende Literaturanalyse liefert Erkenntnisse dazu, wie sich Elternzeit
(inklusive Mutter- und Vaterschaftsurlaub) auf Mütter, Väter und Kinder, Familien, 
Unternehmen, ­Gesellschaft und Staat auswirkt. (Franziska Müller; Alma Ramsden)

Kosten-Nutzen-Analyse einer familienfreundlichen UnternehmenspolitikFür eine familienfreundliche Unternehmenspolitik müssen die Firmen von den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteilen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie überzeugt werden. Dann würden mehr Arbeitgeber in diesen Bereich investieren. (Philippe Gnaegi)

Familienergänzende Kinderbetreuung: neue FinanzhilfenDer Bund kann seit dem 1. Juli 2018 Kantone und Gemeinden finanziell
 unterstützen, die sich verpflichten, die Kosten der Eltern für die familienergänzende 
Kinderbetreuung zu senken. Zudem kann er sich an der Finanzierung von
 Projekten beteiligen, mit denen Betreuungsangebote besser auf die Bedürfnisse
 berufstätiger Eltern ausgerichtet werden. (Barbara von Kessel-Regazzoni)

Invalidenversicherung

Eingliederungsmassnahmen 
der IV aus der Sicht ihrer EmpfängerErstmals wurden Versicherte mit muskuloskelettalen und psychischen Krankheiten
umfassend zu ihrer Lebenssituation und zu den Wirkungen von IV-Eingliederungsmass
nahmen befragt. Die Studie zeigt, wie eng Behinderung, Eingliederungserfolg und
 Lebensqualität zusammenhängen und wie wichtig gezielte und beziehungsorientierte Massnahmen sind. (Niklas Baer; Ulrich Frick; Neisa Cuonz; Christine Besse; Michael Matt)

International

Digitalisierung des Austauschs von SozialversicherungsdatenDie Schweiz koordiniert ihre Sozialversicherungen mit den EU- und EFTA-Staaten. Künftig soll der Austausch von Sozialversicherungsdaten im europäischen Rahmen nicht mehr in 
Papierform, sondern digital erfolgen. Für die Anbindung an das europäische Netzwerk EESSI baut die Schweiz derzeit mit SWAP und ALPS zwei nationale Informationssysteme auf. (Silvia Pittavini)

Treffen der Sozialministerinnen 
und -minister der OECD-LänderAm 14. und 15. Mai 2018 fand in Montreal ein Treffen der OECD-Sozialministerinnen und ­Sozialminister statt, um die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt, die Förderung der Vielfalt und die Prävention von Ungleichheit zu diskutieren: eine Themenwahl, die ­sowohl das aktuelle Schwerpunktthema als auch verschiedene Langzeitanliegen aufgriff. (Cyril Malherbe)

Sozialversicherungsschutz im AuslandDie beiden BSV-Expertinnen Sybille Käslin und Christine von Fischer haben ein Praxishandbuch verfasst, das Personen, die im Ausland leben und arbeiten, hilft, ihren Versicherungsschutz in der AHV/IV/EO und ALV möglichst optimal weiterzuführen.

CHSS Nr. 2 / Juni 2018 – Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Beeinträchtigungen

Gleichstellung in der Arbeit ist anspruchsvoll (Andreas Rieder)

Schwerpunkt: Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Beeinträchtigungen

Gemeinsamer Einsatz für die berufliche IntegrationDas Eingliederungspotenzial von Menschen mit Beeinträchtigungen ist anerkannt. ­Dennoch gestaltet sich die Arbeitsmarktintegration oft schwierig. Konkrete und pragmatische ­Handlungsansätze dazu liefert die gemeinsame Erklärung der involvierten Dachorganisationen und Schlüsselakteure aus Wirtschaft, Versicherung und Sozialbereich. (Chiara Mombelli; Cyrielle Champion)

Arbeitsmarktintegration findet vor Ort stattAls Präsidentin der IV-Stellenkonferenz (IVSK) vertritt Monika Dudle-Ammann ­zentrale ­Akteure der beruflichen Integration. Sie hält fest, dass die Arbeitsmarktintegration sich am ­lokalen Kontext orientieren muss, um erfolgreich zu sein, und sie betont die Rolle der IVSK als Plattform für den Austausch und die Wissensvermittlung.

Individueller Kompetenznachweis für Jugendliche ohne BerufsabschlussWer eine standardisierte Ausbildung ausserhalb der beruflichen Grundbildung ­absolviert, soll in Zukunft einen individuellen Kompetenznachweis (IKN) und damit bessere ­Chancen für die Integration in den ersten Arbeitsmarkt erhalten. Über den Einsatz des IKN entscheiden die Branchenorganisationen. (Christine Davatz-Höchner; Annina Studer; Mark Gasche; Peter Dolder)

Gesamtarbeitsverträge zur IntegrationsförderungDie Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Behinderungen stagniert. ­Gesamtarbeitsverträge haben das Potenzial, dies zu ändern. Der Dachverband der Arbeitnehmenden, ­Travail.­Suisse, hat die Bedeutung der Gesamtarbeitsverträge für die Arbeitsmarktintegration untersucht und stellt fest, dass durchaus Handlungsansätze vorhanden sind. (Bruno Weber-Gobet)

Ressourcenorientiertes EingliederungsprofilUm die berufliche Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen zu ­fördern, hat ­Compasso mit dem ressourcenorientierten Eingliederungsprofil (REP) ein ­modular ­aufgebautes, webbasiertes Instrument entwickelt, das zur Optimierung der ­Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Ärzteschaft beitragen soll. (Martin Kaiser; Regina Knöpfel)

Schulterschluss für eine rasche WiedereingliederungUm Betroffene im Wiedereingliederungsprozess noch besser zu unterstützen, ­verstärken sämtliche Agenturen der Suva die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Ärzteschaft und ­Sozialversicherungen mit Zusammenarbeitsvereinbarungen oder Absichtserklärungen. (Felix Weber; Serkan Isik)

«Ressort»: Eingliederung und psychische Gesundheit2009 wurde das Waadtländer Projekt Ressort ins Leben gerufen. Personen mit ­psychischen Erkrankungen sollen eine Stelle oder eine Ausbildung im 1. Arbeitsmarkt finden ­beziehungsweise behalten können. Dazu arbeitet ein mobiles Psychiatrieteam gemeinsam mit Ärzteschaft, Sozialdiensten und Invalidenversicherung zusammen. (Danièle Spagnoli)

«iPunkt+»: Inklusion in den ersten ArbeitsmarktMit dem Projekt iPunkt+ setzt das Unternehmenslabel iPunkt sein Engagement für die­ Inklu­sion von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt fort. Doch wofür steht das Plus und wie kann die Inklusion in den ersten Arbeitsmarkt nach dem Ansatz des Labels gefördert werden? (Iris Stucki; Pascal Güntensperger)

Arbeitsmarktzugang als Schlüssel zur SelbstbestimmungDie Präsidentin von Inclusion Handicap und Aargauer Ständerätin Pascale ­Bruderer hat mit ­ihrer Petition den entscheidenden Impuls zur Realisierung der nationalen ­Konferenz ­gegeben. Hier beschreibt sie ihre ursprünglichen Erwartungen, zieht Fazit und skizziert die Schritte, die sie und Inclusion Handicap als nächstes planen.

Sozialpolitik

Angebote der Wohnhilfe für sozial benachteiligte HaushalteUm geeigneten Wohnraum zu finden und zu halten, sind sozial benachteiligte Haushalte ­neben Wohnkostenzuschüssen und -verbilligung auf weitere Hilfeleistungen angewiesen. Eine neue Hilfestellung soll Kantone und Gemeinden darin unterstützen, Angebote der Wohnhilfe zu schaffen und bestehende zu verbessern bzw. zu ergänzen. (Lukas Beck; Sarah Fuchs; Eveline Althaus; Michaela Schmidt; Marie Antoinette Glaser)

Invalidenversicherung

Evaluation Assistenzbeitrag 2012–2016Der Assistenzbeitrag erhöht die Lebensqualität von Menschen mit einer Behinderung und ist für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben im eigenen Zuhause wichtig. ­Obschon Angehörige entlastet werden, ist deren zeitliche Beanspruchung immer noch hoch. Für eine Mehrheit der Bezüger ist die Administration des Assistenzbeitrags eine Belastung. (Jürg Guggisberg)

Das Bildungsprofil medizinischer Gutachterinnen und GutachterFür die IV-Stellen ist es eine Herausforderung, in nützlicher Frist geeignete ­Gutachterinnen und Gutachter zu finden. Eine neue Studie beschreibt deren Ausbildungshintergrund, ­Qualifikationsanforderungen sowie Ausbildungsmöglichkeiten. Zudem wird ein Blick auf Systeme im Ausland geworfen. (Birgit Laubereau; Franziska Müller; Anina Hanimann; Andreas Balthasar)

Das Eingliederungsangebot am Übergang IDie berufliche Eingliederung Jugendlicher zwischen 16 und 25 Jahren ist ein ­zentrales ­Thema der Weiterentwicklung der Invalidenversicherung (IV). Eine neue Studie ­liefert ­Hinweise zu geeigneten Interventionsmöglichkeiten und identifiziert Lücken in der ­Angebotsstruktur an der Nahtstelle zwischen Schule und Ausbildung (Übergang I). (Sabina Schmidlin; Elisabeth Allemann Theilkäs)

Einfach zugänglicher Wegweiser zur IVDie Internetplattform www.iv-pro-medico.ch erklärt die Invalidenversicherung. An wen richtet sie sich? Wer steht dahinter? Wie funktioniert sie? Wem nützt sie? (Alison Chisholm)

CHSS Nr. 1 / März 2018 – Familien-, Kinder- und Jugendpolitik auf dem Prüfstand

Familie und Beruf: Rahmen­bedingungen weiter verbessern (Ludwig Gärtner)

Schwerpunkt: Familien-, Kinder- und Jugendpolitik auf dem Prüfstand

Anstossfinanzierung: Nachhaltigkeit der Finanzhilfen bestätigtGestützt auf das befristete Bundesgesetz über Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung können familienergänzende Betreuungseinrichtungen seit 2003 Finanzhilfen für die Gründung oder den Ausbau eines Angebots beantragen. Die neuste Evaluation bestätigt die Nachhaltigkeit der begehrten Finanzhilfen. (Philipp Walker; Annick de Buman; Ursula Walther)

Anstossfinanzierung: Entspricht das Betreuungsangebot der Nachfrage?Die Anstossfinanzierung leistet einen wichtigen Beitrag an den Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung. Trotz des Erfolgs gibt es allerdings immer noch erwähnenswerte Diskrepanzen zwischen dem aktuellen Angebot und der Nachfrage der Eltern. (Oliver Bieri; Andreas Balthasar; Christina Felfe)

Finanzhilfen für die ­kantonale ­Kinder- und JugendpolitikWie nutzen die Kantone die Finanzhilfen des Bundes für den Aufbau und die Weiterentwicklung ihrer Kinder- und Jugendpolitik? Ein neuer Bericht, den der Bundesrat im Dezember 2017 zur Kenntnis genommen hat, zeigt den Stand der Umsetzung von Art. 26 des Kinder- und Jugendförderungsgesetzes. (Christian Bolliger; Patricia Sager)

Früherkennung von innerfamiliärer Gewalt und KindeswohlgefährdungRund ein Viertel aller Mädchen und Jungen in der Schweiz erfährt im Verlauf der ­Kindheit und Jugend Gewalt durch die eigenen Eltern. Nur ein Bruchteil von ihnen ­erhält­ je Hilfe von aussen. Eine neue Studie untersucht Massnahmen zur Früherkennung im Gesundheits­bereich. (Paula Krüger; David Lätsch; Peter Voll; Sophia Völksen)

Sozialpolitik

Frühe Zusammenarbeit lohnt sichCompasso hat eine einfache Mustervereinbarung entwickelt, die es Krankentaggeld­versicherern und Pensionskassen von KMU ermöglicht, sich die Kosten für ein frühes Case Management zur beruflichen Reintegration zu teilen. (Martin Kaiser; Regina Knöpfel)

Zusammenarbeit mit USBI: ein Leitfaden für die PraxisSozialwerke arbeiten bei der Durchführung von Integrationsmassnahmen eng mit Unter­nehmen der sozialen und beruflichen Integration (USBI) zusammen. Ein Praxisleitfaden zeigt auf, wie sich Leistungsvereinbarungen mit USBI zielführend gestalten lassen. (Sarah Neukomm; Simon Bock)

Invalidenversicherung

Schlüsselrolle der Psychiater bei der beruflichen EingliederungDie temporären und permanenten Arbeitsunfähigkeiten von Menschen mit einer psychischen Erkrankung haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Eine schweizweite Befragung von Psychiaterinnen und Psychiatern zeigt deren Engagement und Schwierigkeiten, aber auch Handlungspotenzial auf. (Niklas Baer; Ulrich Frick; Fulvia Rota; Pierre Vallon; Kaspar Aebi; Christine Romann; Julius Kurmann)

Änderungen bei der gemischten MethodeDer Bundesrat hat per 1. Januar 2018 die Invaliditätsbemessung bei Teilerwerbstätigen (gemischte Methode) und Nichterwerbstätigen (spezifische Methode) angepasst. Die entsprechenden Änderungen der Verordnung waren aufgrund eines Entscheids des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) notwendig geworden. (Gisella Mauro; Ralph Leuenberger)

Formazioni brevi: neue berufliche KurzausbildungDie Formazioni brevi, welche die Tessiner IV-Stelle zusammen mit den Organisationen der ­Arbeitswelt entwickelt hat, um die Erwerbsfähigkeit und das ­Eingliederungspotenzial­ ­niedrig qualifizierter, älterer IV-Versicherter mit bestehender oder drohender gesund­heitlicher ­Beeinträchtigung zu verbessern, wurden erstmals evaluiert. (Gregorio Avilés; Maurizio Bigotta; Maël Dif-Pradalier; Spartaco Greppi)

Arbeitsmarktintegration von Menschen mit BeeinträchtigungenAm 21. Dezember 2017 fand das dritte Treffen der «Nationalen Konferenz für die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung» statt, im Rahmen derer die Grundlagen gelegt wurden, um die berufliche Eingliederung von Menschen mit Beeinträchtigungen mit gezielten und praxisorientierten Massnahmen voranzutreiben. (Cyrielle Champion; Chiara Mombelli)

CHSS Nr. 4 / Dezember 2017 – Familienbericht

Die Aufgabe bleibt (Jürg Brechbühl)

Schwerpunkt: Familienbericht

Junge Familien im gesellschaftlichen WandelIn den 1970er- und frühen 1980er-Jahren wurde eine Auflösung der Familie ­vorhergesagt. ­Diese Prognose hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil erleben Paarbeziehungen und ­Familien in neuerer Zeit eine Wiederaufwertung. Familiale Beziehungen haben sich ­gewandelt, sie bleiben aber auch in einer hochmodernen urbanen Gesellschaft bedeutsam. (François Höpflinger)

Familienberichterstattung der KantoneAls Teil des dritten Familienberichts des Bundes wurden erstmals eine systematische ­Übersicht über die Familienberichterstattung der Kantone erarbeitet, deren Einfluss auf die kantonale Familienpolitik untersucht und die familienpolitischen Ansätze von Bund und Kantonen verglichen. (Heidi Stutz)

Familienbericht 2017Neben den aktuellen statistischen Kennzahlen zu den Familien enthält der Familienbericht 2017 einen Überblick über die familienpolitischen Reformvorhaben des Bundes und eine ­Analyse der kantonalen Familienberichterstattung. Eine familienpolitische Standortbestimmung und die Stellungnahme des Bundesrates runden den Bericht ab. (Anna Liechti)

Sozialpolitik

Eingliederungsdispositiv im Genfer BaugewerbeWie können die Eingliederungschancen von Arbeitnehmenden im stark von Invalidität ­betroffenen Baugewerbe verbessert werden? Mit dem Accord paritaire genevois haben die Sozialpartner der Genfer Baubranche eine innovative Lösung gefunden, die sich bewährt. (Emilie Flamand-Lew; Neil Ankers)

Das Ausgleichsfondsgesetz gelangt in die UmsetzungDie finanziellen Mittel der drei Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO werden mit ­Inkrafttreten des Ausgleichsfondsgesetzes ab 2019 durch eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes verwaltet, die den Kriterien der Good Governance noch besser genügt. (Simon Luck)

Invalidenversicherung (IV)

Medizinische Beurteilung und Begutachtung in der IVSeit der Abkehr des Bundesgerichts von der Überwindbarkeitsvermutung bei somatoformen Störungen verfolgt die IV konsequent die Umsetzung eines offenen, ressourcenorientierten und einheitlichen Abklärungsverfahrens, das für alle Gesundheitsschäden gleichermassen gilt. (Monika Hermelink; Ralf Kocher)

CHSS Nr. 3 ⁄ September 2017 – Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ)

Wirkungsvolle Koordination der beruflichen und sozialen Integration (Stefan Ritler)

Schwerpunkt: Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ)

Interinstitutionelle Zusammenarbeit: eine Standortbestimmung2010 wurde die nationale Organisation zur Weiterentwicklung und Förderung der inter­insti­tutionellen Zusammenarbeit (IIZ) ins Leben gerufen. Eines ihrer Hauptziele ist die­ nach­haltige berufliche Integration. Der vorliegende Artikel nimmt eine Standortbestimmung vor. (Adrian Gerber)

Ausbildung und berufliche IntegrationIn der Schweiz erfolgt der Einstieg ins Berufsleben meist über eine berufliche Grund­ausbildung auf Sekundarstufe II. Ein Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat jedoch Mühe, diese zu erreichen und eine Ausbildung zu beginnen oder abzuschliessen. ­Entsprechend schwierig gestaltet sich der Einstieg in den Arbeitsmarkt. (Sandro Stübi; Félicia Bielser)

Interinstitutionelle Koordination der SprachförderungDas Staatssekretariat für Migration (SEM) hat im Auftrag des Bundesrats das ­nationale­ ­Rahmenkonzept «fide» für die Sprachförderung von fremdsprachigen Erwachsenen ­entwickelt. Aufgrund der grossen Bedeutung von Sprachkompetenzen insbesondere für ­Bildung und berufliche Integration, soll «fide» in Zukunft interinstitutionell gesteuert und weiterentwickelt werden. (Tindaro Ferraro; Myriam Schleiss; Rita Kieffer)

Von der IIZ zu einem umfassenden ArbeitsintegrationsprojektDer Kanton Neuenburg weist im schweizerischen Vergleich eine hohe Arbeitslosen- und ­Sozialhilfequote auf. Deshalb hat er eine neue Strategie zur Arbeitsmarktintegration erarbeitet, bei der mehrere Institutionen zusammenarbeiten. Die Umsetzung läuft auf Hochtouren. (Silvia Locatelli; Laurent Duding)

Bilaterale Vereinbarungen zur Formalisierung der ZusammenarbeitDie interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) ist ein langfristig angelegter Entwicklungs­prozess und im Kanton Bern eine 15-jährige Erfolgsgeschichte. Die breite Palette der Errungenschaften zeigt ihren Nutzen und ihre Notwendigkeit auf. (Irene Burri)

Die interinstitutionelle Zusammenarbeit im Kanton St. GallenDie interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) in St. Gallen ist das Produkt eines ­jahrelangen­ Reifeprozesses, während dem die beteiligten Institutionen ihr Aufgabenverständnis ­schärfen und die Zusammenarbeit festigen konnten. Basis der IIZ ist die optimale Nutzung der Regelstrukturen. (Walter Abderhalden; Katja Kreienbühl)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Gemeinsam für qualitative Investitionen in die frühe KindheitAls Bilanzierung des TAK-Integrationsdialogs «Aufwachsen – gesund ins Leben starten» fand am 4. Mai 2017 eine Fachtagung statt. Rund 130 Fachleute diskutierten, welche Bedingungen geschaffen werden müssen, um Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen – und stellten Forderungen an die Zivilgesellschaft, an Fachpersonen und nicht zuletzt an die Politik. (Patricia Buser; Karin Augsburger)

CHSS Nr. 2 ⁄ Juni 2017 – Weiterentwicklung der IV

Weiterentwicklung der IV – der Ball liegt beim Parlament (Stefan Ritler)

Schwerpunkt: Weiterentwicklung der IV

IV-Glossar (nach geltendem Recht)

IV-Verfahren: vereinfacht

Weiterentwicklung der IV: ÜbersichtDie Weiterentwicklung der IV zielt auf eine angemessene, koordinierte ­Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Versicherten mit psychischen Beeinträchtigungen. In ­Zusammen­arbeit mit den beteiligten Akteuren soll die IV das Eingliederungspotenzial und die ­Ver­mit­tlungsfähigkeit dieser Zielgruppen ausschöpfen und verbessern können. (Patrick Cudré-Mauroux)

Verstärkung der beruflichen EingliederungDurch eine konsequente und koordinierte Nutzung aller Instrumente der beruflichen Wieder­eingliederung sollen v. a. junge und psychisch erkrankte Versicherte künftig noch ziel­gerichteter und enger begleitet werden, um dadurch ihre Erwerbsperspektiven zu stärken. (Andrea Lüthi)

Welches Rentensystem für die IV?Im Zuge der Weiterentwicklung der IV will der Bundesrat das Rentensystem ­anpassen. Die ­vorgeschlagenen Neuerungen beabsichtigen eine Senkung der Rentenzusprachen, ­insbesondere zugunsten von Jugendlichen, und die Einführung des stufenlosen Renten­systems. Wie sehen diese Änderungen konkret aus? (Jasmina Combaz)

Geplante Änderungen bei den medizinischen MassnahmenDie Revision der Geburtsgebrechenliste soll es der IV erlauben, von schwerwiegenden ­Behinderungen betroffene Kinder und Familien besser zu unterstützen. Zudem soll die Versicherung die medizinischen Massnahmen für die berufliche Wiedereingliederung ­künftig bis zum 25. Lebensjahr übernehmen können. (Chantal Vuilleumier-Hauser)

Paradigmenwechsel bei der Berentung junger Personen?Eine neue Studie über Eingliederungssysteme in vergleichbaren europäischen Ländern ­bestätigt den Bundesrat darin, dass die eingeschlagene Richtung bei der ­Weiterentwicklung der IV mit einem frühen, konsequenten und beharrlichen Einsatz des bestehenden ­Instrumentariums zielführender ist als ein verschärfter Zugang zur Rente für Junge, wie er mit einer Erhöhung des Mindestrentenalters bisweilen gefordert wird. (Rienk Prins; Christina Eggenberger; Martin Wicki)

Zusammenarbeit der IV-Stellen mit den behandelnden Ärztinnen und ÄrztenDie Zusammenarbeit der IV mit Dritten, v. a. den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die nachhaltige berufliche Integration Versicherter. Hierzu ­müssen die medizinischen und beruflichen Eingliederungsmassnahmen der IV sowie die ­medizinische Behandlung der Ärzteschaft zielgerichteter koordiniert werden. (Katrin Jentzsch; Andrea Lüthi)

Sozialpolitik

Mehr als eine BillionDas Finanzkapital der sozialen Sicherung betrug Ende 2014 mit 1149 Mrd. Franken mehr als eine Billion. Der weitaus grösste Teil entfiel mit 1048 Mrd. Franken auf die berufliche ­Vorsorge, wovon in der vom BSV geführten Gesamtrechnung der Sozialversicherungen 770 Mrd. Franken ausgewiesen werden können. (Stefan Müller; Salome Schüpbach)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Familienzulagen: Regulierungskosten und Verbesserungsvorschläge2015 wurden gesamtschweizerisch rund 5,6 Mrd. Franken Familienzulagen nach ­FamZG ­ausgerichtet. Die administrativen Kosten der Unternehmen beliefen sich dabei auf 278 Mio. Franken. Mit punktuellen Verbesserungen oder einer Neukonzeption des ­Systems liessen sie sich senken. (Josef Perrez)

Bundesratsbericht zu ­Ausbildungs- und FamilienzulagenIn einem Bericht von Mitte Februar kommt der Bundesrat zum Schluss, dass sich die Alters­grenze von 25 Jahren für den Bezug von Ausbildungszulagen bewährt hat. Zudem ­können ­erwerbstätige Partner von Funktionären internationaler Organisationen Familien­­zulagen nach Schweizer Recht beziehen, auch wenn die Organisationen eigene ­Familienleistungen an ihre Mitarbeitenden ausrichten. (Yasemin Cevik; Liliane Probst)

CHSS Nr. 1 ⁄ März 2017 – Armutsprävention und -bekämpfung

Jahr der Entscheidungen (Jürg Brechbühl)

Schwerpunkt: Armutsprävention und -bekämpfung

Zwischenbilanz der Armutsprävention und 
-bekämpfungAnlässlich der nationalen Konferenz gegen Armut zogen Städte, Gemeinden, 
Kantone und der Bund im November 2016 eine positive Zwischenbilanz über das 2014 
lancierte Nationale Programm gegen Armut. (Michael Löw-Le Bihan)

Erfolgreiche Gassenarbeit dank starker DemokratieMit ihrem Schaffen an der Basis der Gesellschaft setzt die Gassenarbeit auf ­soziale Emanzi­­pation und Bürgersinn gleichermassen. Und sie ist immer wieder bereit, in ihrem ­breiten ­Aufgabengebiet, das Pädagogik und Erziehung ebenso umfasst wie die Gesundheits­förderung und Gewaltprävention, neue Wege zu gehen. (Vincent Artison)

Kommunale Strategien und Massnahmen gegen FamilienarmutGegen eine Viertelmillion Kinder und deren Eltern sind von Armut betroffen. Viele von ­ihnen leben in Einelternhaushalten oder Migrationsfamilien. Die Gemeinden können ­dieses Problem nicht im Alleingang lösen. Aber sie haben in der Prävention und ­Bekämpfung von Familienarmut wichtige Aufgaben. (Heidi Stutz)

Sozialpolitik

Beschäftigung und Produktivität im SozialbereichDie Studie zeigt die Beschäftigungsentwicklung im Sozialbereich in den vergangenen ­Jahren auf, analysiert Erklärungsansätze, erstellt eine Projektion der künftigen Entwicklung und diskutiert mögliche Ansätze zur Effizienzsteigerung. (Wolfram Kägi; Boris Kaiser; Donat Knecht; Michael Lobsiger)

Invalidenversicherung

Die Weiterentwicklung der IV findet mehrheitlich ZustimmungIm Rahmen des mehrheitlich positiv rezipierten Reformprojekts ­Weiterentwicklung der IV erprobte das BSV erstmals die halbelektronische Erfassung und ­Auswertung ­einer ­Vernehmlassung. Zudem ergänzte – auch dies eine Premiere im BSV – eine Zusammenfassung der Vorlage in leichter Sprache die verschickten Unterlagen. (Adelaide Bigovic)

Gesundheitswesen

Welche Faktoren beeinflussen das Wachstum der kantonalen Gesundheitsausgaben?Der Anstieg der Gesundheitsausgaben und die damit verbundene ­Finanzierungslast für die öffentlichen Haushalte ist eine zunehmend wichtige wirtschaftspolitische ­Heraus­­forderung. Dieser Beitrag diskutiert die Bestimmungsgründe der kantonalen ­Gesundheitsausgaben und stellt die Frage nach einer nachhaltigen Finanzierung. (Thomas Brändle; Carsten Colombier)

Unfallversicherung

Das revidierte Unfallversicherungsgesetz ist in KraftIn einem langjährigen Prozess wurden das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) und die entsprechende Verordnung (UVV) erstmals revidiert. Die Neuerungen, die am ­1. ­Januar 2017 in Kraft traten, sollen die Anwendung des Unfallversicherungsrechts, das sich grundsätzlich bewährt hat, in einzelnen Punkten verbessern und vereinfachen. (Cristoforo Motta; Manuel Locher; Susanne Piller Gugler; Marianne Gubser; Grégory Mosimann; Henri Jurgons)

CHSS Nr. 4 ⁄ Dezember 2016 – Was tut sich in den Sozialversicherungen?

Die crossmediale CHSS steht (Suzanne Schär)

Schwerpunkt: Was tut sich in den Sozialversicherungen?

Sozialversicherungen: Mehrere Anpassungen im 20172017 treten in den Sozialversicherungen mehrere neue Bestimmungen in Kraft. 
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Änderungen und die wichtigsten laufenden ­Projekte. Er stützt sich auf die Mitte November 2016 verfügbaren Informationen. (Mélanie Sauvain)

Zusätzliche Mittel für die familienergänzende KinderbetreuungDer Bundesrat will die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit weiter ­verbessern. Berufstätige Eltern sollen für die Drittbetreuung ihrer Kinder weniger bezahlen, und das ­Betreuungsangebot soll besser auf ihre Bedürfnisse abgestimmt werden. Hierfür will der Bundesrat während fünf Jahren 100 Mio. Franken zur Verfügung stellen. (Giovanna Battagliero)

SuisseMED@P: Massnahmen gegen begrenzte GutachterkapazitätenDie zufallsbestimmte Zuteilung polydisziplinärer Gutachten hat sich bewährt, v. a. nach ­Einführung des Grundsatzes first in, first out. Nach wie vor übersteigt aber die Nachfrage nach Gutachten die Gutachterkapazität. (Michela Messi; Ralph Leuenberger)

Sozialpolitik

Sozialfirmen in der SchweizDie fortschreitende Automation und Digitalisierung führen zu strukturellen Verwerfungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Bestimmte Gruppen von Erwerbstätigen werden aus dem ­regulären Arbeitsmarkt gedrängt. Zur sozialen und beruflichen Integration der Betroffenen gewinnen Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote von Sozial­firmen an ­Bedeutung. (Domenico Ferrari; Daniela Schmitz; Bernadette Wüthrich; Daniel Zöbeli)

Sozialberatung 2.0Der Zugang armutsbetroffener Menschen zu niederschwelliger Information und ­Beratung ­variiert je nach Zielgruppe und Wohnort. Das Potenzial des Internets für die Selbst­information und automatisierte Triage lässt sich daher nur bedingt ausschöpfen. (Michelle Beyeler; Konrad Walser)

Elternzusammenarbeit als Mittel der ArmutspräventionAusgehend vom «Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und ­Erziehung in der Schweiz» haben Fachleute der Armutsprävention, Elternarbeit und der frühkind­lichen Bildung, Betreuung und Erziehung Bausteine für die gelingende ­Zusammenarbeit mit armuts­betroffenen Eltern entwickelt und in einer Fokuspublikation festgehalten. (Stefanie Knocks)

Evaluation der nationalen IIZ-StrukturenErstmals seit ihrer Einsetzung 2010 ist die nationale IIZ-Organisation evaluiert und ihr Ver­besserungspotenzial eruiert worden. Unter anderem wird vorgeschlagen, die Ziele, ­Aufgaben und ­Prioritäten der drei nationalen IIZ-Gremien zu präzisieren, den Ressourcen­bedarf zu ­klären und die Leitung der Fachstelle nicht mehr alle zwei Jahre zu rotieren. (Marcel Egger)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Vorschriften für die Eröffnung von BetreuungseinrichtungenStaatliche Überregulierung wird gerne und häufig als Ursache fehlender ­Betreuungsplätze­ genannt. Doch fehlte bis anhin eine Übersicht über die geltenden Vorschriften für die ­Eröffnung von Betreuungseinrichtungen. Erstmals liegt nun eine Bestandsaufnahme und Beurteilung der Regulierung vor. (Philipp Walker; Annick de Buman; Elvira Hänni)

Vorsorge

Das Rentengefälle zwischen Frauen und MännernErstmals wurden die geschlechtsspezifischen Rentenunterschiede und ihre Ursachen in der Schweiz erforscht. V. a. infolge des grossen Rentengefälles in der 2. Säule betragen die durchschnittlichen Altersrenten der Frauen nur 63 Prozent einer durchschnittlichen ­Männerrente. (Robert Fluder; Renate Salzgeber)

Technische Grundlagen 2015 und ihre Anwendungen in der AHVDas BSV hat die technischen Grundlagen, auf denen die Überlebens- und Aktivitätsordnungen der AHV berechnet werden, aktualisiert. (Marie-Claude Sommer; Maya Polanco Schäfer)

Aktuarielle Sätze beim Vorbezug und Aufschub der AltersrenteNachfolgend wird die Berechnungsmethode für die Kürzungssätze bei einem Vorbezug der AHV-Rente bzw. für die Zuschlagssätze bei einem Rentenaufschub erläutert. Beide werden im Rahmen der Reform Altersvorsorge 2020 überprüft. (Marie-Claude Sommer; Maya Polanco Schäfer)

Wichtige Masszahlen im Bereich der beruflichen Vorsorge (Marie-Claude Sommer)

CHSS Nr. 3 ⁄ Oktober 2016 – 20 Jahre KVG

20 Jahre KVG – und kein bisschen Kostendämpfung? (Oliver Peters)

Schwerpunkt: 20 Jahre KVG

20 Jahre KVG – ein RückblickSeit Inkrafttreten 1996 steht das Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) im ­Zentrum der Diskussionen um das Gesundheitssystem. Wie bereits vor der ­Verabschiedung des KVG liegt das Augenmerk auf der Kostenentwicklung. Nachfolgend werden die ­wichtigsten gesetzlichen Entwicklungen aufgezeigt. (Sandra Schneider)

Ein statistischer Rückblick auf 20 Jahre KVGUnter dem Eindruck der u. a. mit Notrecht bekämpften Prämien- und Kostenexplosion ­Anfang der 1990er-Jahre gehörte die Dämpfung der Gesundheitskosten zu den erklärten Zielen des KVG von 1994. Konnte sie erreicht werden oder sind die Prämien explodiert, wie es die ­Gegner der Vorlage vorausgesagt hatten? (Aline Froidevaux; Christoph Kilchenmann)

Aus der Geschichte lernenAls ich als frischgebackener Volkswirtschafter und Rookie im Gesundheitsgeschäft bei der Protokollierung der Expertenkommission Schoch1 mitwirkte, hätte ich es mir nie ­träumen ­lassen, dass ich 27 Jahre später das daraus entstandene Gesetzeswerk aus kantonaler Sicht besprechen darf. (Michael Jordi)

Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss im InterviewAls zuständiges Regierungsmitglied hat alt Bundesrätin Ruth Dreifuss die Ausarbeitung und Umsetzung des KVG in weiten Teilen begleitet. Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundesrat hat sie sich mit dem Dossier weiterhin auseinandergesetzt. Wir haben Ruth Dreifuss deshalb gebeten, uns als prägende Zeitzeugin einige Fragen zu Entstehungs­geschichte und Wirkung des Gesetzes zu beantworten.

Sozialpolitik

Gesamtrechnung der Sozialversicherungen 20142014 stiegen die Einnahmen aller Sozialversicherungen um 2,4, die Ausgaben um 1,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr resultierte ein leicht besseres Ergebnis von 22 Milliarden Franken. Die Sozialleistungs- und Soziallastquoten erhöhten sich wie in den beiden Jahren zuvor. (Salome Schüpbach; Stefan Müller)

Moderates Wachstum bei den ErgänzungsleistungenEnde 2015 bezogen 315 000 Personen eine Ergänzungsleistung (EL) zur AHV oder zur IV. ­Gegenüber dem Vorjahr hat dieser Bestand lediglich um 1,8 Prozent zugenommen. Nur einmal nach der Jahrtausendwende hatte die Zuwachsrate tiefer gelegen. (Urs Portmann; Jeannine Röthlin)

Nicht monetäre Unterstützung Armutsbetroffener im WohnenVielerorts übersteigt die Nachfrage nach günstigem Wohnraum das Angebot. Sie ist so hoch, dass Armutsbetroffene und -gefährdete kaum angemessenen Wohnraum finden. Die nicht monetäre Unterstützung Betroffener erleichtert den Zugang zu günstigem Wohnraum und sichert ihre gesellschaftliche Teilhabe. (Marie Antoinette Glaser; Eveline Althaus; Michaela Schmidt)

Erfolgsfaktoren von Unternehmen der sozialen und beruflichen IntegrationDie soziale und berufliche Integration schützt am nachhaltigsten vor Armut. Erstmals ­identifizierte eine explorative Studie die Erfolgsfaktoren aus Sicht der Unternehmen der sozialen und beruflichen Integration (USBI), der Sozialwerke und den Klientinnen und Klienten. (Stefan M. Adam; Gregorio Avilés; Daniela Schmitz)

Interkulturelles Dolmetschen in Institutionen der IIZInstitutionen der IIZ greifen bei Beratungsgesprächen kaum auf interkulturell ­Dolmetschende­ zurück. Und dies obwohl zahlreiche fachliche und wirtschaftliche Argumente für eine ­Zusammenarbeit sprechen. (Lena Emch-Fassnacht)

Krankenversicherung

Evaluation der Neuordnung der PflegefinanzierungMit der Neuordnung der Pflegefinanzierung soll eine zusätzliche finanzielle Belastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und der privaten Haushalte ­vermieden und die sozialpolitisch schwierige Situation bestimmter Gruppen von Pflege­bedürftigen ­verbessert werden. Sie wird derzeit evaluiert. (Christine Heuer; Christian Vogt)

Vorsorge

Der Vorsorgeausgleich bei Scheidung nach neuem RechtAm 1. Januar 2017 treten die revidierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen zum ­Vorsorgeausgleich bei Scheidung in Kraft. Neu wird der Ausgleich auch dann aus Mitteln der beruflichen Vorsorge vorgenommen, wenn ein Ehegatte bereits eine Invaliden- oder ­Altersrente der 2. Säule bezieht. (Franziska Grob)

CHSS Nr. 2 ⁄ Juni 2016 – Nationales Programm gegen Armut

Armutsprävention in der Schweiz (Ludwig Gärtner)

Schwerpunkt: Nationales Programm gegen Armut

Nationales Programm gegen Armut – Zwischenstand und AusblickMangelnde Bildung, Langzeitarbeitslosigkeit, Verschuldung oder auch ­unvorhergesehene ­Lebensereignisse können den Weg in die Armut begründen. Am nachhaltigsten ­vorbeugen und bekämpfen lässt sie sich über Bildung sowie soziale und berufliche Integra­tion. 2014 lancierte der Bundesrat ein entsprechendes Programm. (Gabriela Felder)

Stand und Grenzen der Armuts­berichterstattung in der SchweizIn den letzten 15 Jahren wurden verschiedene Formen der Armutsberichterstattung ­entwickelt. Diese bilden Armut, aber auch ihre Prävention und Bekämpfung nur ­uneinheitlich und fragmentarisch ab. Ein umfassendes, auf Längsschnittmessungen basierendes schweizweites Armutsmonitoring gibt es bisher nicht. (Sarah Neukomm; Marie-Christine Fontana)

Wie lässt sich Armut messen?Das Bundesamt für Statistik (BFS) verwendet drei verschiedene Ansätze zur Messung von Armut, um die Situation in der Schweiz möglichst umfassend abzubilden. Dieser Artikel stellt die drei Messkonzepte vor und zeigt auf, warum sie in gewissen Fällen zu unterschiedlichen Resultaten führen. (Martina Guggisberg; Stephan Häni; Stéphane Fleury)

Das Programm aus Sicht der SteuergruppeDie strategische Ausrichtung des Nationalen Programms gegen Armut wird von ­einer neunköpfigen Steuergruppe verantwortet. Aus Anlass des ersten CHSS-Schwerpunkts zum ­Programm haben wir die bundesverwaltungsexternen Mitglieder der Steuergruppe ­gebeten, uns die zentralen Herausforderungen der Armutsprävention und -bekämpfung zu ­nennen und zu diskutieren, welchen Beitrag das Programm zu leisten vermag und wo seine Möglichkeiten begrenzt sind.

Wohnversorgung armutsbetroffener und -gefährdeter HaushalteWie schwierig ist die Lage Armutsbetroffener und -gefährdeter bei der Wohnversorgung? Um diese Frage zu beantworten, wurde im Rahmen des Nationalen Programms gegen Armut ein Modell entwickelt, das die Messung und Beurteilung der Wohnversorgung von Haus­halten in Armut und prekären Lebenslagen erlaubt. (Christin Kehrli; Carlo Knöpfel; Yann Bochsler; Tobias Fritschi)

Frühe Förderung ist wirksamKinder aus sozial benachteiligten Familien profitieren von qualitativ ­guter früher ­Förderung. Ein neuer Leitfaden unterstützt öffentliche und private Träger­schaften und Einrichtungen bei der Konzipierung, beim Aufbau, bei der Weiterentwicklung und bei der Evaluation entsprechender Angebote. (Luzia Tinguely; Claudia Meier Magistretti; Catherine Walter-Laager; Sarah Rabhi-Sidler)

Sozial benachteiligte Eltern und ­BerufswahlEltern beeinflussen die Berufswahl ihrer Kinder. Diese übernehmen daher oft den ­beruflichen Status ihrer Eltern. Eine Studie untersuchte, wie sich das Risiko sozialer Vererbung in ­benachteiligten Familien senken lässt und welche Faktoren die Eltern befähigen, ihre Kinder bei der Berufswahl zu unterstützen. (Markus P. Neuenschwander; Stephan Rösselet)

Sozialpolitik

Care-Arbeit unter DruckHochaltrigkeit ist eine Errungenschaft, auf die wir stolz sein könnten, denn sie ist eine Folge unserer Wohlstandsgesellschaft und unseres immer noch guten Gesundheitswesens. Doch diese Lebensphase wird oft ausschliesslich mit Kosten und Belastung in Verbindung gebracht. Das ist falsch. (Marie-Louise Barben; Barbara Gurtner; Monika Stocker)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Verbesserter Zugang zur Kita dank BetreuungsgutscheinenAls erste Gemeinde im Kanton führte die Stadt Bern 2014 Gutscheine für die familien­ergänzende Kinderbetreuung im Vorschulalter ein. Das Pilotprojekt wurde während zwei Jahren begleitend evaluiert. (Philipp Walker; Annick de Buman)

Invalidenversicherung

Entwicklung der Zusammenarbeit von IV-Stellen und ArbeitgebernDie Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen IV-Stellen und Arbeitgebern ist für eine ­erfolgreiche berufliche (Wieder-)Eingliederung von grosser Bedeutung. Eine neue ­Studie zeigt die Vielfalt der Zusammenarbeits- und Kontaktformen auf und hat dazu eine Typologie entwickelt. (Thomas Geisen; Edgar Baumgartner)

Vorsorge

Einkommensbezogene Umverteilung in der AHVVersicherte mit höheren Einkommen zahlen AHV-Beiträge, die für sie nicht mehr ­rentenbildend sind, da sie die Maximalrente erhalten. Die entsprechenden Mittel werden genutzt, um die ­Renten der Versicherten aufzubessern, die tiefe Einkommen erzielt haben. Die einkommensbezogene Solidarität ist aber weit weniger stark als gemeinhin angenommen. (Lalanirina Schnegg)

Krankenversicherung

Effiziente Leistungskontrolle mit SwissDRGDie Abrechnung stationärer, akutsomatischer Spitalleistungen mittels prospektiver Fall­kostenpauschalen eröffnet den Versicherern bei geeigneten Prüfprozessen erhebliche ­Einsparungspotenziale. (Stephan Hill)

International

EFTA-Übereinkommen: Aktualisierungen bei der sozialen SicherheitDer Teil des EFTA-Übereinkommens über Soziale Sicherheit wurde per 1. Januar 2016 ­aktualisiert und an die jüngsten Entwicklungen des Abkommens über den freien Personen­verkehr zwischen der Schweiz und der EU angepasst. (Kati Fréchelin)

CHSS Nr. 1 ⁄ März 2016 – Ansätze zur Entlastung der sozialen Sicherung

Wichtiges Zwischenziel erreicht (Suzanne Schär)

Schwerpunkt: Ansätze zur Entlastung der sozialen Sicherung

Perspektive statt Rente: Suva ­vermittelt verunfallte ArbeitnehmerÜber die Initiative Berufliche Reintegration der Suva erhielten in den letzten fünf ­Jahren 180 verunfallte Arbeitnehmer eine neue berufliche Perspektive. Dafür suchte die Suva ­Betriebe, die bereit waren, geeignete Arbeitsplätze bereitzustellen. Damit sparte sie bisher 30 Mio. Franken an Rentenzahlungen ein. (Gabriela Hübscher)

Risiko Langzeitarbeitslosigkeit: ­Die ­Bedeutung der Arbeitslosen­versicherungErwerbslosigkeit ist ein Risiko, das aus volkswirtschaftlicher Perspektive einen hohen ­Stellenwert einnimmt. In der Verhinderung längerer Erwerbsausfälle sowie der raschen und dauer­haften Wiedereingliederung Stellensuchender kommt der Arbeitslosen­versicherung eine zentrale Bedeutung zu. (Janka Serena Wegmüller; Daniel Keller)

Case Management Berufsbildung im Kanton BernSeit 2008 unterstützen im Kanton Bern Case Managerinnen und Manager Jugendliche und junge Erwachsene mit schwierigen Startvoraussetzungen beim Einstieg ins Berufsleben. 2016 steht der Kanton Bern vor dem Entscheid, das Case Management Berufsbildung definitiv in den Regelstrukturen des Kantons zu verankern. (Beda Furrer)

Frühförderung zur Entlastung der ­sozialen SicherungFrühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung bereitet auf eine eigenverantwort­liche, sozialkompetente und resiliente Lebensführung vor. Eine sorgfältige Frühförderung ­verhindert gesellschaftliche Folgekosten im Verhältnis von mindestens 1:3. (Mirjana Lanzarone)

Stärkung der sozialen Sicherung im dritten und vierten LebensalterDer Dachverein «KISS – Zeit bleibt wertvoll» trägt mit lokalen oder regionalen Genossen­schaften dazu bei, bisherige Lücken in der sozialen Sicherung zu schliessen. Freiwillige ­Nachbarschaftshilfe wird auf einem Zeitkonto gutgeschrieben. Die Zeitgutschriften können später persönlich bezogen oder an andere Genossenschaftsmitglieder übertragen werden. (Susanna Fassbind; Ruedi Winkler)

Evaluation der Eingliederung in der ­InvalidenversicherungEine rasche und unbürokratische Triage zur Eingliederung scheint sich sowohl in Bezug auf eine erfolgreiche Eingliederung als auch auf eine mögliche Rentenverhinderung zu lohnen. Während sich bei den Frühinterventionsmassnahmen eine breite Anwendung empfiehlt, scheint bei den Massnahmen beruflicher Art eine Mengenausweitung nicht in jedem Fall angezeigt zu sein. (Jürg Guggisberg)

Sozialpolitik

Modernisierung der ­Aufsicht in der 1. SäuleEnde 2015 verabschiedete der Bundesrat die Richtlinien zur Modernisierung der Aufsicht über die 1. Säule. Neben einer grundsätzlichen Verbesserung der Governance auch im Bereich der Informationssysteme sowie punktuell in der 2. Säule, strebt er eine risiko- und wirkungs­orientierte Aufsicht über die gesamte 1. Säule an. (Peter Beck)

Finanzierung der sozialen ­Institutionen im UmbruchSoziale Einrichtungen erhalten einen grossen Teil ihrer Mittel vom Staat. Das bisherige ­Finanzierungssystem der Defizitdeckung wurde mit Inkrafttreten des NFA mehrheitlich durch Leistungspauschalen abgelöst. Ein aus der Leistungserbringung resultierender ­«Gewinn» darf von den Institutionen kontrolliert einbehalten und muss zur Deckung ­allfälliger künftiger Verluste verwendet werden. (Daniela Schmitz; Daniel Zöbeli)

Familie, Generationen und Gesellschaft

Demenz ist menschlichEine demenzfreundliche Gesellschaft ist notwendig, damit die Sorge für Menschen mit ­Demenz möglich wird, ohne die Sorge um sich selbst vernachlässigen zu müssen. Dies war eine zentrale Botschaft des Kongresses «Selbstmanagement in der Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz». (Diana Staudacher)

Invalidenversicherung

Jung, psychisch krank und ­invalidisiertDie Zahl der jungen psychisch kranken IV-Rentnerinnen und -Rentner hat in den letzten 20 Jahren stetig zugenommen. Die nachfolgend vorgestellte Untersuchung weist auf Mängel im Bildungs-, Behandlungs- und IV-System hin und wirft die Frage auf, ob eine relevante Minderheit von jungen Menschen nicht zu früh berentet wurde. (Niklas Baer; Sibylle Juvalta; Szilvia Altwicker-Hámori; Ulrich Frick; Peter Rüesch)

Synthesebericht FoP2-IVSeit 2006 haben zwei Forschungsprogramme die politischen Entscheidungsgrundlagen zur IV geliefert, indem sie Einflussfaktoren ergründeten, die Wirkung von Massnahmen ­evaluierten und den Paradigmenwechsel hin zur Eingliederungsversicherung begleiteten. Ab 2016 wird sich ein neues Programm den Auswirkungen der 6. Revision und der Weiter­entwicklung der IV widmen. (Martin Wicki)

Ausgaben 1993–2015